Mo. 12. Oktober 2020

JugendFreiRaum - eine Aktion des AK MoJa Tirol

Unter dem Motto „JugendFreiRaum“ initiiert der AK MoJa Tirol - Arbeitskreis Mobile Jugendarbeit Tirol - auch dieses Jahr wieder Aktionen um darauf hinzuweisen, dass Jugendliche einen Anspruch auf öffentlichen Raum haben, diesen nutzen und mitgestalten dürfen! Im Zeitraum vom 5. - 17. Oktober 2020 finden in verschiedenen Gemeinden in Tirol Projekte der Mobilen Jugendarbeit zu diesem Thema statt.

Seit nunmehr 13 Jahren wird die Aktion JugendFreiRaum organisiert, um auf die Verdrängung von Jugendlichen aus dem öffentlichen Raum aufmerksam zu machen. Es ist wichtig, dass Jugendliche im Ort präsent sind und Plätze vorfinden, wo sie sich unverbindlich und ohne Zwang treffen können. Geeignete und ausreichende Freiräume sind von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung von jungen Menschen: sie ermöglichen es ihnen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – nicht als passiv Konsumierende, sondern als aktiv Gestaltende! Freiräume sind damit immer auch ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des urbanen und ländlichen Sozialraumes. Um solche JugendFreiRäume zu schaffen, vermittelt die Mobile Jugendarbeit, in ihrer Funktion als Sprachrohr der Jugendlichen, zwischen den Gemeinden und den Ansprüchen der jungen Erwachsenen.

Leider beobachten wir Mobile Jugendarbeiter*innen, dass es zunehmend weniger Platz für Jugendliche im öffentlichen Raum gibt, wo sie konsumfrei und ungestört sein können:

  • Durch die zunehmende Ökonomisierung des öffentlichen Raumes (Gastgärten in Fußgängerzonen, private Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen) sowie die steigende Überwachung von Plätzen (Videokameras, verstärkte Polizeipräsenz, Umzäunungen und nächtliche Betretungsverbote) kommt es zu einer Umstrukturierung von Orten und Städten in private bzw. halböffentliche Räume. Der öffentliche Raum ist von Jugendlichen vielfach nicht mehr konsumfrei nutzbar. Das stellt insbesondere für Jugendliche aus ökonomisch schwachen Verhältnissen ein Hindernis dar. Neben Einrichtungen der Offenen und Mobilen Jugendarbeit wie Jugendzentren und Jugendtreffs bleiben nicht mehr viele Plätze als Aufenthaltsorte für sie übrig.
  • Fallen Jugendliche auf – oft reicht dazu ihre Präsenz im öffentlichen Raum - werden häufig schnelle und restriktive „Lösungen“ gefordert, damit sich die Situation beruhigt. Beruhigung bedeutet in den meisten Fällen, dass Jugendliche nicht mehr im alltäglichen Leben der Gemeinde/des Stadtteils auffallen dürfen.

Zur Umsetzung dieser Ziele dienen Polizeistreifen, Schutzzonen, Verbotszonen und Betretungsverbote. Bei Zuwiderhandeln werden Jugendliche kriminalisiert und teilweise mit Strafzahlungen belegt.

Um diesen kontroll- und ordnungspolitischen Entwicklungen entgegenzuwirken, wird von den beteiligten Einrichtungen der Mobilen Jugendarbeit bei der Gestaltung und Nutzung öffentlicher Plätze gefordert, dass sie...
… für alle Altersgruppen, Geschlechter und Kulturen offen sind.
… selbstbestimmt von Jugendlichen genutzt werden dürfen.
… konsumfrei sind.
… genug Platz für alle Interessen bieten.

Der AK MoJa Tirol ist ein tirolweites Vernetzungsgremium der Mobilen Jugendarbeit und setzt sich neben der Qualitätssicherung auch für die Sicherstellung von Ressourcen in diesem Bereich ein. Der Arbeitskreis dient dem Austausch unter den Einrichtungen der Mobilen Jugendarbeit. Der AK MoJa Tirol tritt auch in Aktion für sozialpolitische und jugendrelevante Themen und soll diesbezüglich für alle Einrichtungen der Mobilen Jugendarbeit in Tirol als Sprachrohr dienen. Die POJAT koordiniert die Treffen des Arbeitskreises.

Mo. 28. September 2020

Update OJA & Corona

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend hat mit 25. September 2020 den Leitfaden für Feriencamps und außerschulische Jugendarbeit aktualisiert. Dieser Leitfaden baut auf die aktuelle COVID-19 Maßnahmenverordnung (vormals Lockerungsverordnung). Dabei ist §10b für die außerschulische Jugendarbeit relevant. Darüber hinaus wurden auch die FAQs Auswirkungen auf Jugendliche und Jugendarbeit aktualisiert.

 

In Abstimmung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und dem Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend gilt die Begrenzung von 10 Personen für die Jugendarbeit nicht, wenn sie den §10b anwenden.

 

Bitte beachtet diesen Satz im Leitfaden: Innerhalb von Kleingruppen mit maximal 20 Personen (ohne Betreuungspersonal), kann der Mindestabstand gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben sowie der Mund-Nasen-Schutz entfallen. Wenn die Kleingruppenregelung nicht angewendet wird, sind in geschlossenen Räumen maximal 50 Personen empfohlen und im Freiluftbereich maximal 100 Personen für Angebote der außerschulischen Jugenderziehung und Jugendarbeit sowie betreute Feriencamps erlaubt. Personen, die zur Durchführung der Veranstaltung erforderlich sind, werden nicht eingerechnet.

 

Hinweis auf die Corona-Ampel: Die Corona-Ampel informiert über die Risikoeinschätzung in den österreichischen Bezirken (Verbreitungsrisiko und Systemrisiko). Dabei bleiben die Regelungen der Maßnahmeverordnung und des Leitfadens (siehe oben) unberührt. Damit gelten diese Regelungen derzeit ampelfarben-unabhängig. Jedem Träger ist es dabei unbenommen strengere Regelungen umzusetzen.

Di. 08. September 2020

Update OJA & Corona

Mit 1. August hat das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend den Leitfaden für Feriencamps und außerschulische Jugendarbeit  und die FAQs zu Auswirkungen auf Jugendliche und Jugendarbeit aktualisiert.

 

Die Informationen zur Corona-Ampel-Regelungen finden sich unter der eigens eingerichteten Website. Dort findet sich eine Tabelle, die auch die Maßnahmen für die außerschulische Jugendarbeit beschreibt (letzte Zeile, Seite 14) und eine Österreichkarte mit dem aktuellen Status alles Bezirke.

 

Die aktuelle Version der COVID-19-Lockerungsverordnung vom 29. Juli 2020 findet sich hier. Unter §10b finden sich die aktuellen Bestimmungen für die außerschulische Jugendarbeit.