Do. 28. November 2019

bOJA-Fachtagung in Alpbach - Bildungsort OJA

Alternative Bildungsräume für Jugendliche schaffen: Fachtagung der Offenen Jugendarbeit in Österreich

Im Rahmen der 13. Jahrestagung der Offenen Jugendarbeit in Österreich fand in Alpbach eine Pressekonferenz mit Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf statt. Die Landesrätin unterstreicht die Bedeutung von Jugendzentren und der Mobilen Jugendarbeit: „Junge Menschen müssen begleitet, beraten und gefördert werden. Dazu braucht es offene Einrichtungen mit gut ausgebildeten Fachkräften, die Bildungsprozesse in Gang setzen sowie Mutmacher und Ratgeber sein können.“

Lukas Trentini, Vorstand des bundesweiten Netzwerks Offene Jugendarbeit (bOJA) erläutert die Wirkweisen Offener Jugendarbeit im Bereich der Kompetenzerweiterung, Alltagsbewältigung und Identitätsentwicklung von Jugendlichen und freut sich das 10-jährige Jubiläum des Vereins bOJA im Kongresszentrum Alpbach zu feiern: "An diesem Ort können wir das Thema Offene Jugendarbeit sichtbarer machen denn je. Die bOJA-Fachtagung hat klein begonnen und ist mittlerweile zu einer dreitägigen Veranstaltung mit 350 Teilnehmer*innen herangewachsen", so Trentini.

Dass es auch in Zukunft eine stabile Förderung des Handlungsfeldes braucht, damit Jugendliche möglichst früh eine gute, ressourcenorientierte Begleitung sowie Hilfe bei Problemen finden können, darüber sind sich die Diskutant*innen einig. Martina Steiner, im GF Team der POJAT und bOJA Vorstand: "Auch auf der kommunalen Ebene wird Offene Jugendarbeit immer mehr als Partnerin wahrgenommen und leistet einen wichtigen Beitrag, um die Attraktivität von Gemeinden zu erhöhen und Abwanderungstendenzen entgegenzuwirken."

Die 13. bOJA-Fachtagung fand vom 24. bis 26. November 2019 im Kongresszentrum Alpbach statt. Das Tagungsthema „Bildungsort Offene Jugendarbeit“ wurde im Rahmen zahlreicher Plenarvorträge, Workshops und Fachgespräche erörtert. Auch aus den Nachbarländern sind dank der Förderung dieser Tagung durch die Österreichische Nationalagentur Erasmus+ Jugend in Aktion einige Besucher*innen vor Ort und brachten internationale Perspektiven mit ein.

OJA in Österreich ist ein Handlungsfeld der Sozialen Arbeit mit einem sozialräumlichen Bezug und einem politischen, pädagogischen und jugendkulturellen Auftrag. Sie begleitet und fördert Jugendliche auf ihrem Weg in die erwachsene Selbstständigkeit und Mündigkeit. Der niederschwellige und freiwillige Zugang zu Angeboten der OJA begünstigt den Erwerb von Bildungsinhalten, die für alltägliche Handlungs- und Sozialkompetenzen wichtig sind. So leistet OJA einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Bildungschancengerechtigkeit junger Menschen.

An derzeit österreichweit 630 Standorten der OJA (Tirol 90) werden niederschwellige Lernräume für Jugendliche zur Verfügung gestellt. Vor allem für Mädchen und Burschen, die aus bildungsbenachteiligten Kontexten kommen, ist diese Form des nicht-verschulten, informellen Lernens ein wesentlicher Beitrag zur gesellschaftlichen Integration und Teilhabe.

Im Rahmen von EU-Förderungen (Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps) knüpft die OJA an die internationale Dimension der Jugendarbeit an. Zahlreiche Projekte in den Bereichen Freiwilligenarbeit, Jugendbegegnung oder Fachkräfteaustausch unterstützen Bildungsprozesse von Jugendlichen in großem Maße.

In Tirol fördert die POJAT - Plattform Offene Jugendarbeit Tirol - durch vielfältige Maßnahmen der Vernetzung, Stärkung und Professionalisierung des Arbeitsfeldes die Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten junger Menschen. Dabei kooperiert die POJAT mit dem Land Tirol und der Österreichischen Nationalagentur für Erasmus+.

Die bOJA-Fachtagung ist eine Kooperationsveranstaltung von bOJA, dem Bundeskanzleramt/Familien und Jugend, Land Tirol und Erasmus+ Jugend in Aktion.

Fotonachweis: Johannes Schindlegger / bOJA

Mo. 07. Oktober 2019

POJAT-Treffen - Deutsch-Rap und Gewalt in der Sprache

Die POJAT (Plattform Offene Jugendarbeit Tirol) hat am Montag den 7. Oktober 2019 zu einem Vernetzungstreffen nach Zirl eingeladen. Dort betreibt der Verein zur Förderung der Zirler Jugend seit 1996 ein Jugendzentrum und hat seit Kurzem die Mobile Jugendarbeit von der Gemeinde übernommen. Knapp 70 Jugendarbeiter*innen aus ganz Tirol waren der Einladung gefolgt. Die vier Mal pro Jahr stattfindenden Treffen werden immer in unterschiedlichen Gemeinden durchgeführt, mit dem Ziel der Vernetzung, Stärkung und Professionalisierung des Handlungsfelds der Offenen Jugendarbeit.

 

Thomas Öfner, Bürgermeister von Zirl, eröffnete die Veranstaltung. Er verwies dabei auf die Bedeutung der Offenen Jugendarbeit in Zirl und sprach Christian Filzer, Geschäftsführer des Vereins seinen Dank für die gelingende Zusammenarbeit aus. Er betonte seine Überzeugung von den positiven Wirkungen von Offener Jugendarbeit in der Gemeinde und vor allem für die Entwicklung von Jugendlichen hin zu respektvollen und mündigen Bürger*innen.

Inhaltlich war das Treffen einem sehr brisanten Thema gewidmet: Deutsch-Rap und Gewalt in der Sprache. Dazu referierten die beiden Künstler und Pädagogen aus Salzburg Michael Töpfer (Muck) und Martin Keindl (Sayne) zur Geschichte von Rap, den Genres und Codes, den aktuellen Entwicklungen und vermittelten zahlreiche Praxisbeispiele aus der pädagogischen Praxis. Das Augenmerk war dabei auf die pädagogische Arbeit gerichtet. „Es gilt nicht die Musik zu verbieten, sondern damit zu arbeiten und eine kreative Auseinandersetzung zu fördern.“ so Keindl. In praxisnahen Gruppenarbeiten wurden verschiedene Zugänge zu Rap erprobt, die unmittelbar in die Arbeit der Offenen Jugendarbeit einfließen können.

Auf die Frage „Löst diese oftmals gewalt- und kriminalitätsverherrlichende und sexistische Musik denn nicht genau dieses Verhalten bei Jugendlichen aus bzw. verstärkt es dieses?“ sagt Töpfer: „Der Rap verleiht Aggression und anderen Gefühlen einen Ausdruck. Es liegt an den pädagogischen Fachkräften sich für diesen Ausdruck zu interessieren und einen Umgang damit anzubieten.“ Und genau das geschieht in der Offenen Jugendarbeit. Dazu zählt das kreative Arbeiten mit Rap Musik, denn damit werden die Jugendlichen selbst zu Gestalter*innen. Ganz konkret im Analysieren von Texten, In-Frage-Stellen und Diskutieren, im Erschaffen von eigenen Raptexten und Kreieren von Songs oder auch im Umdichten von berühmten Rapsongs. Das angebotene Handwerkszeug wurde von den Jugendarbeiter*innen geschätzt. Eine Teilnehmerin: “Ich fühle mich bestärkt die unangenehmen Textpassagen und Bedeutungen der Rapsongs aufzugreifen und sie mit den Jugendlichen zu hinterfragen. Super brauchbar für die Arbeit! Danke.“

Fr. 28. Juni 2019

OJA-Fachgespräch: EU - Europa - Offene Jugendarbeit in Tirol

Das OJA-Fachgespräch vor der Sommerpause war dem Thema EU & Offener Jugendarbeit gewidmet. Von den EU Jugendzielen über die erste Österreischische Jugendkonferenz vor drei Wochen in Kärnten, über Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausch bis hin zum Europäischen Soildaritätskorps gab es reichlich Diskussionsstoff. Die POJAT ist aktuell in den Startlöchern die Freiwilligen-Koordination in Tiroler OJA-Einrichtungen zu übernehmen. Das heutige Fachgespräch begleitete diesen Start mit einem inhaltlichen Austausch unter Expert*innen und Fachkräften der Offenen Jugendarbeit. Dabei wurde der Frage "Was braucht es in Tirol damit alle Jugendlichen (auch Jugendliche mit Benachteiligungen) die EU und Europa in ihrer Lebenswelt erfahren können. Der Bedarf an Kommunikation, Vernetzung, Koordination und Startegischer Planung unter den Aktueren wurde klar und deutlich von den Anwesenden formuliert. Eine weiterführende Vernetzung ist geplant.

Neben Vertreter*innen von InfoEck, Verein CUBIC, Verein komm!unity, Jugendhaus park in, Hall, OJA Zirl und POJAT waren folgende Gäste anwesend: Daniel Redinger, Mitarbeiterin der Abt. Gesellschaft & Arbeit des Landes Tirol, Sophia Kircher, ÖVP-Landtagsabgeordnete, Jugendsprecherin und EU-Jugenddelegierte und Marco Frimberger, Direktor der Nationalagentur Erasmus+ vom IZ, Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung.